Gorch-Fock-Haus

1922 – 100 Jahre Heimatvereinigung Finkenwerder e.V. – 2022

Das Gorch-Fock-Haus

Im Elternhaus von Johann Kinau (Gorch Fock) und seinen Brüdern Jakob und Rudolf geht es nicht allein um die Kinaus, sondern ebenso um Themen zu und über Finkenwerder und seinen Menschen.

Das Gorch-Fock-Haus wurde 1878 von dem Seefischer Butendeich erbaut. Es ist ein typisches Fischerhaus dieser Zeit. Heinrich Kinau, ebenfalls Seefischer, erwarb das Haus 1899, von wem ist leider nicht mehr bekannt. In der Wohnetage, in Deichhöhe, befindet sich nach wie vor die Einrichtung der Kinau-Wohnstube ab dem Jahr 1880, dem Hochzeitsjahr von Heinrich Kinau und seiner Frau Metta. Da in der Schlafkammer und der Küche, bis auf den Küchenherd, den Küchenschrank und dem Handstein, nichts mehr vom Mobiliar vorhanden war, wurden diese im Jahr 2021 mit Möbeln entsprechend der Zeit um 1900 ausgestattet.

Gorch Fock ist der „Dichter der Nordsee“, er hieß mit bürgerlichem Namen Johann Wilhelm Kinau. Sein bekanntestes Werk war der Roman „Seefahrt ist Not“. Doch der Sohn eines Seefischers schrieb auch Theaterstücke, Kurzgeschichten, Gedichte und vieles mehr. Bei den jüngeren Generationen ist der Name Gorch Fock leider oft nur noch als der des Segelschulschiffes der Deutschen Bundesmarine bekannt.

Das Haus wird seitdem in allen Belangen ehrenamtlich von der Heimatvereinigung Finkenwerder e.V. als Heimatmuseum geführt und betrieben. Die Öffnungszeiten und weitere Bilder finden Sie weiter unten!

Im Dachgeschoss befinden sich zwei kleinere Räume für Vorträge und Ausstellungen, in denen Fotos und Filme auf einem Großbildschirm gezeigt werden können sowie für eine Dokumentationssammlung zu allen Finkenwerder Themen aus Gegenwart und Vergangenheit. Dort findet sich auch eine Sammlung aller Bücher der Kinaus und anderer Finkenwerder Autoren, die sich mit Finkenwerder Themen beschäftigt haben. Zudem ist dort auch noch ein Alkoven (Kabbutz) mit einer Tapetenwand, auf der Reste von verschiedenen Tapeten aus der Zeit vor 1916 erhalten und glasgeschützt zu sehen.

Öffnungszeiten sind jeden 1. Sonntag im Monat von 14.00 – 17.30 Uhr, außer in den Wintermonaten November bis einschl. Februar. Gruppen von mind. 5 Personen können – nach Vereinbarung – das Haus ganzjährig besuchen.

Führungen mit Vorträgen über die Kinau-Familie und die Geschichte Finkenwerders erfolgen durch Margret Abdel-Aziz. Ansprechpartner sind Margret Abdel-Aziz (Tel. 040 / 742 50 72) oder Helmut Vick (Tel. 040 / 743 41 86).

Verkehrsanbindung: Mit den HADAG-Fährlinien 62 und 64 ab den HH-Landungsbrücken bzw. Teufelsbrück und weiter mit der Buslinie 150, oder ab Bahnhof Altona ebenfalls mit der Buslinie 150 sowie ab Bahnhof Harburg mit der Buslinie 146. Parkplätze sind wegen der Deichlage keine vorhanden.

Eheschließungen können in der historischen Atmosphäre des Gorch-Fock-Hauses ebenfalls erfolgen. Wer sich dort trauen lassen möchte (siehe TERMINE), muss sich rechtzeitig mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte in Verbindung setzen. Räumlichkeit betreffende Auskünfte sind über Helmut Vick (743 41 86) zu erhalten.

Erste Blicke in das Gorch-Fock-Haus

 

De Kök (Bild links) – De „ingilsche“ Hierd iin de Kök. / Der „englische“ Herd in der Küche. Statt der zu der Zeit in den alten reetgedeckten Fachwerkhäusern der Fischer oft noch üblichen offenen Feuerstellen, gab es hier in der Küche natürlich einen modernen „eisernen englischen“ Herd.

De lütt Slopkomer (Bild rechts) – Die kleine Schlafkammer, in dem nur ein großes Bett, ein Schrank und die Waschkommode ihren Platz fanden. Ob in diesem Raum auch Gorch Fock bei seinen Besuchen schlief oder im Alkoven/Kobutz unter dem Dach, ist leider nicht überliefert

 

De Döns (Bild links) – Die Wohnstube von Heinrich und Metta Kinau. Hier saß die große Familie, Eltern, Kinder, Schwiegerkinder und Enkel immer zu besonderen Anlässen wie Familienfeiern oder Weihnachten zusammen. Im Jahre 1913 können es in diesem Rahmen z.B. 15 Personen gewesen sein.

De Klöndöns (Bild rechts) – Unter den Wohnräumen der Familie, im Deichgeschoß des Hauses, dem ehemaligen oberirdischen „Keller“, befindet sich heute u.a. der Besucherraum. Auch plattdeutsche Lesungen im kleinen Rahmen finden hier statt. Er wird ebenso für Besprechungen, Vorstandssitzungen und gemütliche Kaffeetafeln genutzt.

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